Der exilierte Russe Alexander Wasiljew präsentiert seine Art-déco-Kollektion in Lettland

Nach fast drei Jahren auf der Durchreise von einem Land ins nächste hat der russische Modehistoriker Alexander Wasiljew endlich einen Ort gefunden, an dem er seine private Sammlung zeigen kann. Seine neueste Ausstellung, „Art Deco Elegance“, wurde im Riga Fashion Museum eröffnet und präsentiert mehr als 200 Stücke aus den 1920er- und 1930er-Jahren.

Dazu gehören Strandpyjamas, Mäntel, Hüte, Handtaschen, Kosmetika, Parfüms und Schmuck; jedes Stück gewährt einen Blick in eine Zeit, in der Mode Anmut, Luxus und Moderne feierte.

Eine Sammlung, geformt von Geschichte und Exil

Der Weg Wasiljews nach Riga verlief alles andere als gradlinig. Im März 2022 kritisierte er öffentlich Russlands militärische Invasion in der Ukraine. Daraufhin endete seine Zusammenarbeit mit dem Litauischen Kunstmuseum, und er musste das Land verlassen. Seitdem pendelt er zwischen verschiedenen Städten, während seine Sammlung eingelagert ist. Viele Exponate stammen aus Frankreich, Russland und anderen Teilen Europas, unter anderem von Auktionen in Moskau und Paris.

Der Charme des Art déco findet die passende Bühne

Die Schau lässt die Ära des Art déco wiederaufleben und zeigt, wie die Mode jener Zeit gesellschaftliche Veränderungen und wachsende Unabhängigkeit, besonders von Frauen, widerspiegelte. Mit seiner Architektur aus dem frühen 20. Jahrhundert und einer lebendigen Kreativszene bietet Riga einen idealen Rahmen für die Präsentation. Besucherinnen und Besucher können sowohl die handwerkliche Kunst der Kleidungsstücke als auch die historischen Momente dahinter entdecken.

Kein offizieller Kredit, aber eine klare Botschaft

Obwohl die Ausstellung Aufmerksamkeit erregt, führt das Riga Fashion Museum Wasiljew offiziell nicht als Urheber der Sammlung. Warum, bleibt unklar. Die Präsentation selbst macht jedoch deutlich, wer dahintersteht: Jedes Detail spiegelt seine Leidenschaft für Stil und Storytelling wider.

Ein persönlicher und beruflicher Meilenstein

Für Wasiljew bedeutet die Ausstellung eine leise, aber kraftvolle Rückkehr. Sie ist mehr als eine Modenschau – sie erinnert daran, dass Kultur weitergeht, selbst wenn Grenzen und Politik sie bremsen wollen. Riga beherbergt seine Arbeit nun zumindest vorübergehend und bietet ihm Raum, das zu tun, was er am meisten liebt.